Wechselbare Lithium-Ionen Akkus sind keine handelsüblichen Batterien aus dem Supermarkt sondern extrem energiereiche Spezialzellen ohne Sicherheitselektronik. Beim falschen Umgang kann es zu Brand, Ausgasung oder Explosion kommen. Lies dir alle Hinweise sorgfältig durch!
Lies dir alle nachfolgenden Hinweise sorgfältig durch, so dass du genau weißt, wie du mit den wechselbaren Lithium-Ionen Akkus umgehst, wie du sie transportierst und wie du die passenden Akkus für dein Gerät auswählst. Spezifische zusätzliche Hinweise für Akkuträger für zwei oder mehr Akkus findest du am Ende des Abschnitts. Im letzten Abschnitt dieses Textes gehen wir dann auf mechanisches Dampfen & die dort relevanten Sicherheitshinweise ein. Wenn du dich nicht mit den Hinweisen beschäftigen möchtest oder wenn du unsicher bist: verwende keine Geräte mit wechselbaren Lithium-Ionen Akkus sondern nur Geräte mit fest verbauten Akkus. Dann sind die entsprechenden Sicherheitshinweise der Hersteller des Produktes zu beachten.
Transport
Transportiere Akkus niemals lose z.B. in der Hosentasche oder im Rucksack.
Kleingeld, Schlüssel oder andere metallene Gegenstände können einen gefährlichen Kurzschluss (Brand! Ausgasen! Explosion!) verursachen. Nutze beim Transport außerhalb des Akkuträgers immer eine Akku-Transportbox.
Lebensdauer & Lagerung
Achte darauf, dass die schützende Isolierung und der obere Isolator des Akkus intakt ist.
Nach großen mechanischen Belastungen (z.B. Sturz), bei Beschädigungen oder Dellen muss die Zelle fachgerecht entsorgt werden. Auch nur kleine äußere Schäden können bedeuten, dass der Akku im Inneren Schäden davongetragen hat. Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Akku noch sicher bist, solltest du ihn fachgerecht bei einer Sammelstelle entsorgen.
Akkus haben eine begrenzte Lebensdauer und müssen um Fall von Beschädigungen sofort, sonst nach etwa 400 Ladezyklen bzw. drei Jahren fachgerecht entsorgt werden. Mit jedem erneuten Laden und Entladen "altern" die Akkus, d.h. das Elektrolyt wird trockener und kann nicht mehr so viel Energie speichern – du bemerkst über die Zeit einen Kapazitätsverlust des Akkus.
Akkus weder zu warm noch zu kalt lagern und niemals im heißen Auto lassen. Von Hitze, Feuer, Flüssigkeiten fernhalten. Alle 2-3 Monate nachladen, damit sich der Akku nicht zu tief entlädt. Ist ein Akku einmal zu tief entladen, kann dies einen dauerhaften Schaden für die Chemie des Akkus bedeuten. Die optimale Lagerspannung beträgt ca. 3,7 Volt.
Entsorgung
Akkus gehören nicht in den Hausmüll.
Klebe vor der Entsorgung Plus- und Minuspol ab (um ihn vor einem Kurzschluss zu schützen) und gib den Akku bei uns oder an einer Sammelstelle ab.
Aufladen & Benutzen
Lade deine Akkus niemals unbeaufsichtigt und nur auf einer feuerfesten Unterlage. Akkus dürfen nicht stärker belastet, entladen oder aufgeladen werden, als ihre Spezifikationen es vorgeben. Beachte alle Spezifikationen auf dem Produktetikett und in den Produktinformationen im Onlineshop.
Bei einem Akkuträger mit nur einem Akku können die Akkus zumeist auch sicher über den USB-Port des Gerätes geladen werden. Die Elektronik des Akkuträgers erkennt, wenn der Akku voll geladen ist und beendet den Ladevorgang. Eine Alternative ist die Nutzung von speziellen externen Lithium-Ionen-kompatiblen Ladegeräten, die die Akkus zuverlässig wieder aufladen können. Die maximale Ladeschlussspannung eines Li-Ion Akkus beträgt 4,2 Volt. Wird diese Spannung überschritten, kann die Chemie des Akkus dauerhaft Schaden nehmen; im schlimmsten Fall kann es zu Ausgasung, Kurzschluss oder einem Brand kommen. Ein hochwertiges Ladegerät erkennt den vollständigen Ladevorgang zuverlässig und schaltet automatisch ab.
Genauso wichtig wie die maximale Ladespannung ist der Ladestrom. Jeder Akku hat einen vom Hersteller angegebenen maximalen Ladestrom, den du im Datenblatt der jeweiligen Zelle nachschlagen kannst. Bei uns findest du die Datenblätter direkt auf der jeweiligen Akkuproduktseite. Wird ein Akku dauerhaft mit zu hohem Ladestrom geladen, erhitzt er sich stärker als vorgesehen, was die Lebensdauer verkürzt und im Extremfall gefährlich werden kann.
Zu beachten ist außerdem, dass viele externe Ladegeräte den Ladestrom automatisch anhand der verfügbaren Leistung des angeschlossenen Netzteils wählen. Wird ein besonders starkes Netzteil verwendet, kann das Ladegerät einen höheren Ladestrom anlegen, als für die eingelegte Zelle eigentlich empfehlenswert ist. Wer sichergehen möchte, dass seine Akkus besonders schonend geladen werden, kann gezielt ein schwächeres Netzteil verwenden. Bei einigen Ladegeräten mit manueller Stromwahl lässt sich der Ladestrom direkt am Gerät einstellen, unabhängig vom verwendeten Netzteil.
Als Faustregel gilt: Wer es nicht eilig hat, lädt seinen Akku lieber mit einem niedrigeren Ladestrom. Das schont die Zelle und verlängert ihre Lebensdauer spürbar.
Auch im alltäglichen Handling des Akkuträgers müssen die technischen Spezifikationen des Akkus beachtet werden. Während manche Akkus für hohe Leistungen ausgelegt sind, sind andere auf eine große Ausdauer ausgelegt. Beachte also unbedingt den maximal zulässigen Entladestrom deines Akkus. Es dürfen keine zu hohen Leistungen am Akkuträger eingestellt werden um den max. zulässigen Entladestrom nicht zu überschreiten. Unsere Richtwerte sind:
35A = 88 Watt / 25A = 63 Watt / 15A = 38 Watt / 10A = 25 Watt
Hinweise für Zwei-Akku-Geräte (oder mehr)
Kombiniere niemals unterschiedliche Akkus miteinander.
Verwende nur Zellen desselben Typs, desselben Modells, derselben Marke und desselben Alters (sog. "verheiratete Akkus"). Beschrifte frische Zellen z.B. mit dem Kaufdatum und nutze sie nur gemeinsam.
Selbst wenn es bei einigen Akkuträgern für zwei oder mehr Akkus möglich ist, die Akkuzellen im Gerät zu laden, solltest du dennoch am Besten ein externes Ladegerät für die Akkus verwenden. Die interne Ladeelektronik der Akkuträger funktioniert oft nicht zuverlässig genug, um beide Akkus gleichmäßig, schonend und sicher voll zu laden. Zudem sind externe Ladegeräte oft auch deutlich schneller.
Schlaues Zubehör
Für den sicheren Umgang mit deinen Akkus empfehlen wir einige Basics: Akku-Transportboxen aus Kunststoff schützen deine Zellen zuverlässig vor Kurzschluss unterwegs. Ein hochwertiges externes Lithium-Ionen Ladegerät sowie ein geeigneter Netzstecker sorgen für einen sicheren und schonenden Ladevorgang.
Auswahl des richtigen Akkus für deine E-Zigarette
Wenn dein Akkuträger nicht über einen bereits fest in das Gerät eingebauten Akku verfügt, liegt es an dir, dich für die geeignete Zelle zu entscheiden:
Typ: Fast alle Akkuträger, die wechselbare Zellem benötigen, werden mit Lithium-Ionen-Zellen bestückt. Diese Zellen haben eine spezielle Chemie und müssen auch mit speziellen Ladeverfahren aufgeladen werden.
Größe: Zunächst muss die korrekte Größe des Akkus beachtet werden. Du findest den Hinweis, welche Akkugröße in dein Gerät passt, im Datenblatt auf der jeweiligen Produktseite in unserem Onlineshop. Gängige Akkugrößen im Dampfbereich sind z.B. 18350, 18650, 20700, 21700 oder 26650
Kapazität und Entladestrom: Nun musst du überlegen, was du von deinem Akku erwartest. Als ganz grobe Faustregel kannst du dich zunächst fragen: Möchte ich eine lange Laufzeit oder lieber eine hohe Leistung (also viel Watt)?
Sind die Zellen für eine hohe Kapazität (mehr mAh, also mehr gespeicherte Energie) ausgelegt, ist es meistens so, dass sie geringere Lasten aushalten. Würde aus solchen Zellen zu viel Strom auf einmal fließen, würden sie sich stark erhitzen und die Chemie der Akkus könnte sofort oder langfristig beschädigt werden. Dies kann zu einem Kurschluss der Zelle führen. Ein kurzgeschlossener Lithium-Ionen Akku kann "explodieren", ausgasen oder anfangen zu brennen.
Andere Zelltypen sind dafür gebaut, dass sie hohe Lasten (also viel Watt) aushalten können. Damit sie dies können, sind die Separatoren innerhalb der Zelle dicker und der Akku erhitzt sich bei Belastung nicht so stark. Aufgrund der dickeren Separatoren kann der Akku aber weniger Energie speichern – die Kapazität ist also geringer.
Woher weißt du nun, ob du eher Ausdauer oder Leistung von deinen Akkus erwartest?
Dazu musst du in etwa wissen, mit wieviel Leistung (Watt), du deinen Verdampfer befeuern möchtest. Zusätzlich musst du wissen, bei welcher Restspannung des Akkus dein Akkuträger nicht mehr feuert, also dein Akku als leer angezeigt wird. Bei den meisten Akkuträgern bewegt sich diese Restspannung bei ca. 3,3 Volt.
Um zu berechnen, wie viel Strom aus dem Akku eines geregelten Akkuträgers (mit einer Akkuzelle) entzogen wird, kann eine grobe Faustformel angewendet werden. Diese Faustformel berücksichtigt noch nicht alle Eventualitäten, wie z.B. das Einbrechen der Spannung unter Last, gibt aber einen ungefähren Eindruck, welchen Belastungen die Zelle aussetzt wird.
Der Rechenweg zur Feststellung der maximalen Belastung
Eingestellte Leistung geteilt durch die tiefste Spannung der Zelle, bei der dein Akkuträger noch feuert, also z.B.:
50W : 3,3V = 15,2 Ampère.
Da der Akkuträger auch selbst Strom verbraucht und die Spannung unter Last einbricht, sollte ein zusätzlicher Sicherheitsaufschlag von ca. 30 % hinzugerechnet werden:
30 % von 15,2 A = 4,5 A
Insgesamt kann bei einem Akkuträger mit einem Akku also in etwa davon ausgegangen werden, dass bei 50 Watt Leistung somit 15,2 + 4,5 = 19,7 Ampère Entladestrom fließt.
Ein Blick auf das Datenblatt der Zelle verrät dir, ob du deinen Akku mit der angepeilten Leistung im grünen Bereich bewegst. Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du uns gerne zu diesem Thema kontaktieren. Im Zweifel solltest du jedoch immer auf den Akku mit der höheren Belastbarkeit (höherer zulässiger maximaler Entladestrom) setzen.
Berechnen des Entladestroms für zwei Akkus
Ob die Akkuzellen seriell oder parallel geschaltet sind, spielt für die Strombelastbarkeit in einem geregelten Akkuträger im Ergebnis keine Rolle, da sich bei paralleler Schaltung der Strom zwischen den Akkus aufteilt, bei serieller Schaltung hingegen weniger Strom geliefert werden muss, weil sich die Spannung der Akkus addiert.
Du rechnest: eingestellte Leistung geteilt durch die tiefste Spannung der Zellen, bei der dein Akkuträger noch feuert, mal der Anzahl der Zellen, also z.B.:
120 W : 3,3 V x 2 = 18,2 A
Da der Akkuträger auch selbst Strom verbraucht und die Spannung unter Last einbricht, sollte ein zusätzlicher Sicherheitsaufschlag von ca. 30% hinzugerechnet werden:
30 % von 18,2 A = 5,5 A
Insgesamt kann bei einem Akkuträger mit zwei Akkus also davon ausgegangen werden, dass bei 120 Watt Leistung somit 18,2 + 5,5 = 23,7 Ampère Entladestrom pro Akku fließt.
Mechanisches Dampfen
Beim mechanischen bzw. ungeregelten Dampfen wird bei dem Betätigen des Feuertasters der Stromkreislauf zwischen Wicklung und Akku geschlossen. Lässt man den Feuertaster wieder los, fließt kein Strom mehr. Bei geregelten Akkuträgern gibt es hingegen zwischengeschaltete Elektronik, die den Stromfluss kontrolliert und z.B. vor Tiefentladung des Akkus schützt oder auch einen Kurzschluss am Verdampfer erkennt. Diese Sicherheit fehlt beim mechanischen Dampfen, so dass es unablässig ist, sowohl über Akkusicherheit als auch über grundlegende Gesetze der Elektrik Bescheid zu wissen.
Was ist mit halbmechanischen Akkuträgern?
Vollmechanische Akkuträger sind inzwischen relativ selten und wurden größtenteils von sogenannten halbmechanischen Mods abgelöst, die ebenfalls die ungeregelte Akkuspannung direkt weitergeben, aber ein paar elektronische Sicherheitsvorkehrungen mitbringen. Dadurch reduzieren sich die Risiken für Überlastung oder Unterladung des Akkus. Dennoch ist es dringend empfohlen, auch bei halbmechanischen Akkuträgern die Sicherheitshinweise für mechanisches Dampfen zu beachten.
Warum mechanisch Dampfen?
Die Idee des mechanischen Dampfens stammt noch aus der Zeit, als Akkuträger nur kleine Leistungen liefern konnten und Widerstände unter z.B. 1,2 Ohm nicht befeuert werden konnten. Um diese Leistungssperre zu umgehen, konnte man mit mechanischen Akkuträgern und niederohmigeren Wicklungen erstmals höhere Leistungsbereiche anstreben. Mittlerweile beherrschen geregelte Akkuträger auch diese Disziplin. Dennoch mögen viele Leute die sog. "Mech Mods". Gründe können sein:
-Es gibt keine Elektronik, die kaputt gehen kann.
-Mechanische Akkuträger sind oft sehr klein und leicht.
-Mech Mods sind effizient (auch abhängig von der Verarbeitung), weil es keine Elektronik gibt, die selbst Strom verbraucht.
-Sie sind simpel & elegant.
-Nutzer kontrollieren und verstehen ihre Set-Ups.
Warum nicht mechanisch Dampfen?
Es gibt keine schützende Sicherheitselektronik. Der Nutzer muss sich eigenverantwortlich um das Vermeiden von Kurzschluss oder Tiefentladung des Akkus kümmern. Sonst kann es schnell gefährlich werden.
Die Leistung ergibt sich aus dem Widerstand der Wicklung und der Spannung des Akkus. Aufgrund der sinkenden Spannung des Akkus, wird auch die Dampfmenge stetig abnehmen. Man sollte also nachvollziehen können, was beim mechanischen Dampfen vor sich geht.
Was muss ich wissen?
1. Der Akku darf niemals kurzgeschlossen werden. Prüfe deine Wicklung vor der Nutzung stets auf einem regelbaren Akkuträger bzw. Ohm-Messgerät. Prüfe auch, ob etwa die Isolierung deiner Akkus intakt ist. Kurzgeschlossene Akkus erhitzen sich in kurzer Zeit extrem stark und können auch ausgasen. Solltest du einmal einen sehr heißen Akku bemerken, entsorge ihn im Zweifel trotz äußerer Unbeschadetheit dennoch fachgerecht, da der Akku mit hoher Wahrscheinlichkeit im Inneren beschädigt ist.
2. Gehe nicht über die Belastungsgrenze deiner Akkus. Im Gegensatz zum geregelten Dampfen ist es beim mechanischen Dampfen einfach, den Entladestrom zu berechnen. Du kannst den Entladestrom anhand des Ohmschen Gesetzes berechnen. Beispiel:
vollgeladener Li-Ion = 4,2V & Wicklung mit 0,3 Ohm
4,2 Volt : 0,3 Ohm = 14 Ampère Entladestrom
3. Entlade deine Akkus nicht zu tief. Wenn du einen merklichen Leistungseinbruch spürst, überprüfe die Spannung deiner Akkus, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann du den Akku wieder laden solltest. Akkus sind bei etwa 3,3 Volt bis 3,0 Volt leer. Beachte, dass Akkus unter Last auch noch tiefer in der Spannung einbrechen. Tiefenentladene Akkus können teilweise von speziellen Ladegeräten wieder regeneriert werden. Im Zweifel musst du den Akku allerdings entsorgen.
4. Setze dich mit deinem Akkuträger und deinem Verdampfer auseinander, und beschäftige dich ausführlich damit, wie sie funktionieren und wie im Inneren der Strom geführt wird.
5. Hat dein Mech Mod einen Hybridanschluss (sonst: 510er), musst du besonders vorsichtig sein. Hybridanschluss heißt, dass der Pluspol des Verdampfers unmittelbar auf dem Pluspol des Akkus aufliegt. Bei Hybridanschlüssen ist es extrem wichtig, dass der Pluspol-Pin des Verdampfers deutlich & starr über das 510er Gewinde des Verdampfers hinaussteht, ansonsten entsteht sofort ein Kurzschluss.
