Nikotinsalz vs. "normales" Nikotin - alles, was du wissen musst, um das optimale Liquid für dich auszuwählen

Heute tauchen wir in ein Thema ein, das für viele Neulinge, aber auch für Fortgeschrittene immer wieder Fragen aufwirft: Nikotin! Was hat es mit „freiem“ bzw. "normalem" Nikotin auf sich und was ist Nikotinsalz überhaupt? Für wen eignet sich welche Sorte und welche Nikotinstärke solltest du wählen?

Normales ("freies") Nikotin und Nikotinsalz - muss man den Unterschied kennen?

Sofern du bereits dein individuell perfektes Liquid oder eine tolle Liquidserie gefunden hast, mit der du den Umstieg erfolgreich bewältigt hast, kann es dir theoretisch ganz egal sein, ob dein Liquid nun normales ("freies") Nikotin, Nikotinsalz oder sogar eine Mischung von beidem erhält.

Dieser kleine Überblick richtet sich viel mehr an all jene, die sich vielleicht wundern, warum manche Liquids das Rauchverlangen effektiver beruhigen können, warum es so viele verschiedene Nikotinstärken gibt oder warum manche Liquids mehr kratzen, als andere. Und genau in diese Fragen tauchen wir jetzt ein!

Klitzekleiner Chemie-Exkurs: wann spricht man von "freiem" Nikotin und wann von Nikotinsalz?

Das Nikotin, das in unseren Liquids enthalten ist, wird aus Tabakpflanzen gewonnen. Zwar enthalten sehr viele Nachtschattengewächse (wie auch Tomaten, Auberginen oder Kartoffeln) Nikotin - in Tabakpflanzen ist der Nikotingehalt jedoch mit Abstand am höchsten. In seiner natürlichen Form liegt das Nikotin der Tabakpflanze salzgebunden vor. Will man nun das Nikotin aus den Tabakpflanzen extrahieren um es z.B. in einem Liquid zu verwenden, durchläuft das Nikotin während der Extraktion einen Prozess, bei dem das salzgebundene Nikotin in seine „freie“ Base umgewandelt wird. Dieses „freie“ Nikotin ist die Form des Nikotins, die wir seit den Anfängen des Dampfens kennen. Deshalb nennen viele Menschen das "freie" Nikotin auch "normales" Nikotin, da es viele Jahre nur diese Form des Nikotin in E-Liquids gab.

Nikotinsalze hingegen sind das Ergebnis einer einfachen chemischen Anpassung. Hier wird das freie Nikotin mit einer Säure (oft Benzoesäure) kombiniert, um es wieder in eine salzartige Form mit niedrigerem pH-Wert zu überführen – ähnlich seinem natürlichen Zustand in der Tabakpflanze.

Reicht das normale Nikotin nicht? Warum wurde Nikotinsalz entwickelt?

Viele Jahre gab es auf dem E-Liquid-Markt nur eine Form des Nikotins: das "normale" Nikotin. Das normale Nikotin hat die Eigenschaft, beim Inhalieren einen gewissen "Druck" bzw. ein "Kratzen" auszulösen. Und je höher der Nikotingehalt im Liquid ist, desto stärker drückt bzw. kratzt das Liquid und fühlt sich damit insgesamt voluminöser an. Dieses Druckgefühl, das wir auch "Throat-Hit" (am besten übersetzt vielleicht als "Rachen-Kick") nennen, wird ab bestimmten Nikotingehältern einfach zur stark. Aus diesem Grund waren (bis zur gesetzlichen Beschränkung auf max. 20 mg/ml im Jahr 2016) lang Zeit allerhöchstens Nikotinstärken von 24 mg/ml auf dem Markt zu finden. Die durchschnittlich verwendeten Nikotinstärken waren aber 3 mg/ml, 6 mg/ml und 12 mg/ml.

Im Jahr 2015 wurde in den USA eine Firma gegründet, die das bis dahin gängige Nikotinstärken-System ganz schön auf den Kopf gestellt hat. Die Firma JUUL kam nämlich auf die Idee, dass deutlich höhere Nikotingehälter hilfreicher beim Rauchstopp sein könnten (zumindest war dies das nach außen formulierte Motiv). Das Problem: die Liquids waren bei Nikotinkonzentrationen von bis zu 50 mg/ml einfach viel zu kratzig, um sie zu dampfen. Eine Lösung dieses Problems fand sich aber schnell und hieß: Nikotinsalz! Dem Liquid wird eine Säure hinzugefügt, so dass das Nikotin nicht mehr frei sondern als Salz vorliegt. Diese chemische Anpassung senkt den pH-Wert und hat den Effekt, dass sich das Nikotin beim Inhalieren viel softer und weicher anfühlt.

Mit den vorbefüllten Mini-Vape-Pens von JUUL in sehr hohen Nikotinstufen wurde Nikotinsalz weltweit populär. Zwar ist JUUL mittlerweile in Deutschland vom Markt verschwunden - doch das Thema Nikotinsalz ist heute populärer denn je.

Für wen eignet sich welches Nikotin?

Die kurze aber unbefriedigend vage Antwort lautet: das ist Geschmackssache! Aufgrund der abgestuften Nikotinstärken, in denen sowohl normale Liquids als auch Nikotinsalzliquids verfügbar sind, können beide Nikotintypen theoretisch für dich in Frage kommen.

Mit so einer offenen Aussage ist aber zumindest Neulingen wenig geholfen, weshalb du dich gerne für deine ersten Versuche an folgenden groben Regeln orientieren kannst:

Nikotinsalz bietet sich immer dann an, wenn eine hohe Nikotinstärke anvisiert wird.

Normales Nikotin bietet sich immer dann an, wenn eine niedrige Nikotinstärke anvisiert wird oder wenn ein intensiver Throat-Hit durch höhere Nikotinstärken gewünscht ist

In der folgenden Tabelle findest du einige Parameter, die du heranziehen kannst um einzuschätzen, welcher Nikotintyp dir besser gefallen könnte.

Normales ("freies") Nikotin:

Übliche Nikotinstärken3 / 6 / 12 mg/ml
InhalationsgefühlMehr "Throat-Hit" beim Inhalieren, Dampf fühlt sich voluminöser an
Liquid-MarkenFaustformel mit tollen Ausnahmen: oft verwendet von klassischen Marken, die weniger süß und insg. authentischer schmecken, z.B. Tante Dampf, Tom Klark's, grüne SC Serie
Geeignet für

-Personen, die das klassische Druckgefühl beim Inhalieren bevorzugen

-Personen, die niedrige Nikotinstärken suchen

Nikotinsalz:

Übliche Nikotinstärken10 / 20 mg/ml
InhalationsgefühlSanfterer "Throat-Hit" trotz höherer Nikotinstärken
Liquid-MarkenFaustformel mit tollen Ausnahmen: oft verwendet von moderneren Marken, die auf ein süßes und intensives Geschmacksprofil setzen, z.B. ELFLIQ, Pod Salt, SC Red Line
Geeignet für

-Personen, die gerne die höchsten Nikotinstärken verwenden möchten

-Personen, die ein sanfteres Inhalationsgefühl suchen

-Personen, denen das normale Nikotin bei höheren Stärken wie 12 mg/ml zu stark kratzt, niedrige Stärken aber nicht genug Nikotin liefern

-Personen, die das Gefühl von Einweg-Geräten wie Elfbar und Co. mögen

Welche Nikotinstärke sollte ich verwenden?

Diese Fragen können wir mit einer ganz einfachen Regel beantworten: die Nikotinstärke muss hoch genug gewählt sein, damit bei dir keine Lust auf Zigaretten aufkommt. Wer zu ambitioniert an die Sache herangeht und eine zu niedrige Nikotinstärke zum Start wählt, kann den eigenen Umstiegserfolg gefährden. Die Reduzierung der Nikotinstärke kann nach einem erfolgreichen Umstieg immer noch Schritt für Schritt und mit Bedacht erfolgen.

Unser Tipp: Teste zum Start zwei verschiedene Nikotinstärken. Probiere auch unterschiedliche Liquidtypen, also mit normalem Nikotin und mit Nikotinsalz. 

Auch wenn das perfekte Liquid stets individuell ist, kannst du dich gerne an unseren hier folgenden Erfahrungswerten für einen gelungenen Umstieg mit einem klassischen Pod-System orientieren:

---> Du hast wenig geraucht (1 - 5 Zigaretten / Tag)

Probiere normale Liquids mit 3 mg/ml und 6 mg/ml aus. 

Nikotinsalzliquids gibt es üblicherweise erst ab 10 mg/ml. Diese Stärke könnte zu hoch für dich sein. Das mildere Inhalationsgefühl von Nikotinsalzliquids spielt üblichrweise auch erst bei höheren Nikotinstärken eine Rolle. Bei niedrigen Stärken wie 3 mg/ml und 6 mg/ml ist für die meisten auch das normale Nikotin noch angenehm.

---> Du hast moderat bis mittelstark geraucht (6 - 15 Zigaretten / Tag)

Probiere normale Liquids mit 6 mg/ml und 12 mg/ml aus. Probiere Nikotinsalzliquids mit 10 mg/ml und 20 mg/ml aus. 

Je niedriger du die Nikotinstärke wählst, desto häufiger wirst du wahrscheinlich deine E-Zigarette verwenden. Die Nikotinstärke und der Liquidtyp sollte am Ende so gewählt sein, dass das Inhalationsgefühl noch angenehm für dich ist, aber du möglichst selten an der E-Zigarette ziehen musst, um deinen Nikotinverlangen zu befriedigen.

---> Du hast stark geraucht (mehr als 15 Zigaretten / Tag)

Probiere normale Liquids mit 12 mg/ml aus. Probiere Nikotinsalzliquids mit 20 mg/ml aus. 

Je niedriger du die Nikotinstärke wählst, desto häufiger wirst du deine E-Zigarette verwenden. Die Nikotinstärke und der Liquidtyp sollte am Ende so gewählt sein, dass das Inhalationsgefühl noch angenehm für dich ist (und nicht zu langweilig!), aber du möglichst selten an der E-Zigarette ziehen musst, um deinen Nikotinverlangen zu befriedigen. Sollte dir das Liquid zu stark sein: auch kein Beinbruch - versuche beim nächsten Mal einfach eine niedrigere Stärke. Bisher haben noch alle ihr individuell optimales Liquid gefunden!

Bitte beachte, dass sich unsere Empfehlungen nur auf klassische Pod-Geräte mit leichter bis mittlerer Dampfentwicklung beziehen. Für besonders leistungsstarke Geräte (ab ca. 30 Watt) ist stets anzuraten, eine deutlich niedrigere Nikotinstärke zu verwenden, da pro Zug viel mehr Nikotin verdampft und inhaliert wird.

Unser Nikotin-Fazit:

Welcher Nikotintyp und welche Nikotinstärke am besten für dich geeignet ist, hängt neben deinem bisherigen Rauchverhalten auch ganz stark von individuellen Vorlieben ab. Manche mögen es voluminös und kratzig (normales Nikotin!) andere bevorzugen eine hohe Nikotinstärke mit möglichst geringem Druckgefühl (Nikotinsalz!).

In unserem Onlineshop kannst du stets die Filterfunktion nutzen, um dir nur normale Liquids anzeigen zu lassen oder nur Nikotinsalzliquids. Auch vor Ort haben wir unser Liquidbuch in die verschiedenen Liquidtypen unterteilt.

Nachdem du verschiedene Liquids getestet hast, wirst du schnell wissen, welche Liquids du bevorzugst. Ansonsten gilt, was immer gilt: wir stehen dir für alle deine Fragen gerne im Laden, telefonisch oder per Mail zur Verfügung.

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