Was ist dieses Boro? Ein Interview mit unserem Boro-Kenner Matze

Kompakte Boxen und modulare Tanks: Der Boro-Standard kombiniert handlich-praktische All-In-One E-Zigaretten mit hochwertigen Selbstwickel-Verdampfern. Aber wie funktioniert das eigentlich und was muss man bei der Nutzung beachten? Wir haben unseren hauseigenen Boro-Enthusiasten gefragt.

Das Boro-Prinzip

Ganz grundsätzlich: Ein Boro-Tank ist ein Tank, meist aus Kunststoff und Glas, welcher ein einheitliches Format besitzt und so genannte Bridges (RBAs) aufnehmen kann. Diese bestimmen dann das Zug- und Dampfverhalten. Ein Boro-Mod ist ein spezieller Akkuträger, in den Boro-Tankverdampfer eingesetzt werden können. Durch das einheitliche Format können eine Vielzahl an Bridges, Tanks und Mods von verschiedenen Herstellern verwendet und kombiniert werden. 

Schematische Darstellung der Teile eines Boro Systems: Bridge/RTAG, Tank und Mod

Tipps vom Kenner

Wenn bei uns jemand Fragen zu Boro-Geräten hat, rufen wir in der Regel unseren Kollegen Matze zur Hilfe. Er ist Boro-Dampfer aus Leidenschaft, hat eine Vielzahl von Boro-Kombis in der Rotation und berät gerne und geduldig zu allen Boro-Fragen.

Matze, ein mittelalter Mann mit Brille und Bart. In der Hand hält er eine Boro-Mod

Lieber Matze, zu Anfang mal die Frage: Was macht für dich die Faszination am Boro-Dampfen aus?

Ganz ehrlich: Am Anfang war’s einfach nur eine neue Herausforderung. Selbstwickeln ist seit langer Zeit mein Hobby, und nachdem ich alle möglichen RTAs durch hatte, habe ich mir sozusagen Boro als neues Spielfeld ausgesucht. 

Ich mag die kompakten Geräte, und viele Boro-Mods sind auch einfach schön. Es ist eben eine andere Weise zu dampfen. Das Grundprinzip ist ja das gleiche - also man hat Akkuträger und Verdampfer, nur dass der Tank innen sitzt statt außen. Das ist einfach schick.

Boro ist ja schon eine etwas anspruchsvollere Art zu dampfen und nicht unbedingt für alle geeignet. Für welche Leute ist Boro deiner Meinung nach die richtige Wahl?

Man muss auf jeden Fall Bock haben, zu wickeln. Wenn du keine Lust hast, selber am Gerät zu basteln, ist ein klassisches Set oder Pod Kit sicher die bessere Wahl. Und dann sind Boro Geräte eben auch noch etwas schwerer zu wickeln als andere Selbstwickler. Die Wickeldecks sind meist sehr klein, da hat man nicht viel Platz für die Coil. Das kann ein richtiges Gefummel sein. Auch die Watteverlegung ist bei Boro-Bridges besonders anspruchsvoll und verzeiht nix. Da die Luft von unten kommt, und das Liquid je nach Bridge meist von der Seite, hat man beim kleinsten Fehler schnell Gurgeln, Spucken oder Auslaufen - und im Zweifel alles auf einmal.

Man sollte also auf jeden Fall schon Erfahrung mit dem Wickeln haben, bevor man sich an das erste Boro-Gerät wagt. Und sich darauf einstellen, dass es dann nochmal etwas Übung braucht, bis alles richtig läuft. Aber wenn es einmal klappt, dann hat man ein richtig schönes Dampferlebnis mit einem tollen, kompakten Gerät.

Was sollte man beim Einstieg ins Boro-Dampfen beachten?

Erstmal ist natürlich die Frage: welches Zugverhalten will ich? Wie bei Tankverdampfern ist auch jede Boro-Bridge für ein bestimmtes Zugverhalten ausgelegt. Die Blaze Bridge ist z.B. eine gute Wahl fürs DL-Dampfen, die Kayfun BB RBA ist für MTL oder offenes MTL geeignet. Insgesamt muss man leider schon sagen, dass meistens die hochpreisigeren Bridges und RBAs besser und zuverlässiger funktionieren. Bei einer sehr günstigen Bridge kann man auch richtig Pech haben.

Dann ist zu beachten, dass manche Bridges, wie die Blaze oder Bishop Bridge z.B. mit einem festen Tank kommen. Andere Boro-RBAs sind variabel mit Boro-Tanks kombinierbar. Theoretisch passt jede RBA in jeden Tank - die sind ja genormt. In der Realität ist es aber ein bisschen komplizierter. Ich hatte schon mal das Problem mit einer richtig guten RBA, die mir immer gesifft hat, bis ich dann den Tank gewechselt habe.

Am Besten hört ihr euch, wenn ihr euch für eine RBA entschieden habt, nochmal um, ob es Erfahrungswerte gibt, mit welchem Tank die am Besten funktioniert. Z.B. in Internetforen, oder ihr fragt einfach bei uns im Laden nach.

Und dann darf die Wicklung auf keinen Fall zu breit sein, gerade bei MTL-Coils muss man da besonders drauf achten. 

Hast du eine konkrete Empfehlung für eine gute Boro-Kombi zum Einstieg?

Bei der Box kann man eigentlich nicht so viel falsch machen. Natürlich haben alle Boro-Mods ihre Eigenheiten, aber am Ende passt das meistens schon irgendwie. Ihr könnt euch also ruhig für eine günstigere Box entscheiden, die euch gut gefällt. Wenn ihr etwas mehr ausgeben wollt, steckt das Geld bei eurem ersten Gerät lieber in die Bridge als in die Box.

Eine gute Bridge für den Einstieg, die nicht zuviel kostet und relativ easy zu wickeln ist, ist die Bishop Cubed Bridge. Vom Zugverhalten her offenes MTL. Eine Handmade Coil, die gut in Boro-Geräte passt, ist z.B. die Cracklez MTL von Psycho Coils.

Vielen Dank, Matze.

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